Persönliche Frage 1
„In mir gibt es immer wieder eine große ungelöste Spannung, obwohl ich tatsächlich künstlerisch tätig bin und über meine Musik auch viele Menschen berühre. Wie kann ich die mehr lösen?“
Mediale Antwort
„Du bist ein alter Künstler auf dem Weg der Berührung, der das Spannungsfeld seiner ewigen Identität schon vielfach durchschritten und vielfach zu einer neuen Einheit gebracht hat. Und doch bedeutet das nicht, dass die Herausforderung kleiner geworden ist. Sie ändert sich, sie bekommt ein anderes Gesicht und wie es beim Training mit Gewichten irgendwann nichts mehr bringt, das zu stemmen, was man schon die ganze Zeit gestemmt hat, und da immer noch ein kleines Gewicht obendrauf kommt, so wachsen mit dem Alter auch die Aufgaben.
Deine Seele hat sich eine Lebensfeld und eine Matrix gebaut, die dieses Spannungsfeld betont, die ein Hin und Her betont und die dir schwer möglich macht, auf der einen oder auf der anderen Seite ein Ruheplätzchen zu finden.
Und doch geht es um die Vereinigung. Du hast das Potenzial, deine künstlerische Vielfalt zu würzen mit einer Berührbarkeit und mit einer Berührung, die andere spüren können und die du durch dein Schaffen erzeugst. Das, was du kreierst, kann berühren, kann Grenzen lösen, kann zu Verschmelzungen führen und wird dies immer wieder tun. Die Fähigkeit, deine künstlerische Vielfalt in dieser emotionalen Form zu nutzen, ist eine ungewöhnliche Fähigkeit, die du in hohem Maße ausgebaut hast.
Die Momente, in denen Innehalten, in denen Berührung und Verschmelzung passieren können und in denen sie passieren, nutzt du aus unserer Sicht zu wenig, um dich selbst daran zu laben.
Es ist ein wenig so, wie wenn du ein fantastischer Koch wärest, der ein köstliches Menü zubereitet, der es auf den Tisch stellt und die anderen freuen sich daran und der nun, bevor er selbst den ersten Bissen genommen hat – oder vielleicht den ersten Bissen im Mund kauend – , wieder aufspringt und zum nächsten läuft. Hier gibt es eine Tendenz, deine eigenen Energien auf eine Art und Weise aufzubrauchen, die dir die Freude nimmt.
Verstehe uns nicht falsch. Es ist daran aus unserer Sicht nichts verkehrt. Du musst deinen Weg finden und du wirst deinen Weg finden. Und doch würden wir dir raten, auf diese kostbaren Momente mehr zu achten, sie zu wertschätzen und vor allem für dich selbst zu nutzen. Hier ist ein großer Teil der Energie gebunden, der dir an anderen Stellen zu fehlen scheint.“
Persönliche Frage 2
„In meinen Beziehungen erlebe ich nach kurzer Zeit, dass ich mich regelrecht auflöse. Dann beende ich sie brachial. Das ist wie ein Muster und erzeugt so viel Leid für mich und andere! Wie kann ich das ändern?“
Mediale Antwort
„Du bist in diesem Leben schon intensiv damit beschäftigt, die Pole, zwischen denen sich deine Ewige Identität aufspannt, genau zu erfahren und zu erleben.
Dein Verschmelzungswunsch verleitet dich nun dazu, zu schnell, zu nah, zu verbunden zu sein und dich aus dieser Verbindung nicht mehr zu lösen, um dich nicht mit dem Trennungsschmerz konfrontieren zu müssen. In diesen Momenten ist es so, als würdest du blind und ohne zu denken hinter dem Zucker des vollständigen und innigen Kontaktes herlaufen, den dir jemand vor die Nase hält. Dem bist du bereit alles andere unterzuordnen.
Dich selbst nicht mehr zu spüren bedeutet, nicht mehr gut unterscheiden zu können, wo bin ich und wo ist der andere, was ist mein Bedürfnis und was ist das Bedürfnis des anderen. Dies mag für Momente äußerst genussvoll und befreiend sein, ist auf die Dauer gesehen jedoch mit den Opfern verbunden, die du bringst. Bislang ist deine einzige Lösung, Kontakt abzubrechen oder vollkommen in einer innigen Verbindung, aber auch Verwicklung und Verfilzung zu sein, die wiederum nur durch Kontaktabbruch zu lösen ist.
Wir möchten dir sagen: Trau dich von Zeit zu Zeit immer wieder Abstand zu nehmen und das Geschehen aus einer gewissen Distanz zu betrachten. Wenn du dein Gegenüber immer in deinem eigenen Feld mit dir trägst, ist eine erneute Annäherung vollkommen unmöglich und du kannst nicht mehr zwischen dir und dem anderen unterscheiden.
Ein Schritt zurück ist notwendig, um dich selbst wahrnehmen zu können und auch um dein Gegenüber energetisch ein Stück weit aus deinem System zu entfernen. Es spricht nichts dagegen, dann aufs Neue wieder aufeinander zuzugehen, denn ein erneuter Kontakt wird dann mit neuer Freude und neuer Lust erlebt werden können.
Wir würden dir empfehlen, auf eine bewusste Pendelbewegung zu achten – und mit Pendelbewegung meinen wir ein tatsächliches Zurücktreten. So wie wenn du aus einer innigen Umarmung einen Schritt zurücktrittst, Abstand zulässt und auf eine solche Weise es zu einem erneuten Blickkontakt kommen kann.
Aus diesem Abstand heraus kannst du dann erneut entscheiden: Möchte ich wieder näher treten, oder ist es für mich interessanter, in diesem Abstand zu verweilen, sodass du dich selbst auch als Einzelwesen spüren kannst – und trotzdem in Kontakt bleibst.
Nähe und Distanz, ganz im wörtlichen, ursprünglichen Sinne, ist also etwas, auf das du von Anfang an achten solltest und achten kannst.“

